KNX (Konnex) ist der weltweit verbreitete Standard für Gebäude-Automation. In einem KNX-System sind alle Gewerke — Sonnenschutz, Heizung, Beleuchtung, Klima, Sicherheit — über ein gemeinsames Bus-Kabel verbunden und können zentral oder dezentral gesteuert werden.
Aufbau: - KNX-Bus-Kabel: Verlegt parallel zu den 230-V-Stromleitungen. Eigene grüne 4-Adern-Leitung (KNX-TP, Twisted Pair). Spezialisierter Elektriker erforderlich. - Sensoren: Temperatur, Helligkeit, Wind, Bewegung. Senden Informationen auf den Bus. - Aktoren: Schalt-Aktoren (Beleuchtung), Dim-Aktoren (Dimmer), Jalousie-Aktoren (Sonnenschutz), Heizungs-Aktoren. Empfangen Steuerbefehle vom Bus. - Steuerungs-Geräte: Wand-Touch-Panels, Smartphone-App, Wand-Schalter mit Tasten, oder zentrales Logik-Modul.
KNX vs. Andere Standards: - WLAN/ZigBee (Smart-Home): einfacher zu installieren, aber abhängig von Internet, langsamer, weniger zuverlässig im großen Bauwerk - KNX: kabel-gebunden, Latenz < 50 ms, garantiert funktionstüchtig auch ohne Internet, im Bestand teurer (Kabel ziehen), im Neubau ähnlich teuer wie konventionelle Elektrik
Vorteile für Sonnenschutz: - Wetter-abhängige Steuerung: Sonnen-Sensor erkennt direkte Strahlung, fährt automatisch Raffstoren oder Markisen aus - Wind-Schutz: Wind-Sensor fährt Markisen bei Sturm automatisch ein (Pflicht!) - Heizungs-Kopplung: Bei Sommer-Hitze schließt das System Raffstoren VOR der Hitze-Phase, statt erst zu reagieren - Anwesenheits-Simulation: bei Urlaub werden Sonnenschutz und Beleuchtung simuliert
Kosten-Indikation: - Neubau-Einfamilienhaus mit Vollausstattung KNX: +5.000-12.000 € Mehrkosten gegenüber konventioneller Elektrik - Nachrüstung KNX in Bestand: aufwendig wegen Kabel-Verlegung, oft 12.000-25.000 €
Marken: Gira, Jung, Busch-Jaeger, Berker, Siemens, ABB. Alle KNX-kompatibel — Mix verschiedener Hersteller möglich.