Bauphysik

g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad)

Maß für die solare Energie-Durchlässigkeit eines Glases — wichtig für Sonnen-Gewinn und sommerlichen Wärmeschutz.

Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wie viel Prozent der Sonnen-Energie durch ein Glas in den Raum gelangen. Skala 0 bis 1: g = 0 bedeutet kein Sonnen-Eintrag (komplett undurchlässig), g = 1 bedeutet 100 % Durchlass (theoretisch).

Typische g-Werte: - Einfachverglasung klar: g 0,87 - 2-fach Wärmeschutz-Glas: g 0,58-0,68 - 3-fach Wärmeschutz-Glas: g 0,42-0,55 - Sonnenschutz-Glas: g 0,20-0,38 - Hochwirksamer Sonnenschutz: g 0,12-0,18

Der g-Wert hat zwei gegensätzliche Wirkungen: Im Winter: Hoher g-Wert = mehr Solar-Wärme = weniger Heizen nötig (passiv-solare Gewinne). Im Sommer: Hoher g-Wert = stärkere Überhitzung = mehr Klima-Bedarf.

Süd-Fenster brauchen daher ausgleichende Lösungen: Mittlerer g-Wert (0,5-0,6) + außenliegender Sonnenschutz (Markisen, Raffstoren, Pergola). Norden bevorzugt hoher g-Wert (passive Wärme gewinnen).

GEG-Anforderung sommerlicher Wärmeschutz (DIN 4108-2): Bei stark sonnen-exponierten Räumen ohne außen-liegenden Sonnenschutz muss g-Wert × 0,7 (Glas + Verschattungs-Faktor) unter einem berechneten Grenzwert liegen. Sonst Sommerhitze-Risiko über 27 °C.

Bei Fenstertausch ist der g-Wert oft eine Trade-Off-Entscheidung: Wer im Winter Solar-Gewinn will, holt sich im Sommer Hitze. Die übliche Lösung ist ein moderater g-Wert + außenliegende Verschattung.

Beispiel aus der Praxis

3-fach-Wärmeschutz-Glas Uw 0,84 + g 0,52 + Raffstoren außen mit Verschattungs-Faktor 0,15. Effektiver g-Wert bei zugefahrenen Raffstoren: 0,52 × 0,15 = 0,078. Praktisch keine Überhitzung mehr.