Bauphysik

Lambda-Wert (λ, Wärmeleitfähigkeit)

Material-Kennwert für die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs — je niedriger, desto besser dämmt das Material.

Der Lambda-Wert (Symbol λ, gesprochen „lambda") ist eine Material-Konstante, die angibt wie schnell Wärme durch ein Material wandert. Einheit: W/mK (Watt pro Meter und Kelvin). Je kleiner der λ-Wert, desto besser dämmt das Material.

Typische λ-Werte (sortiert): - Vakuum-Dämmplatten (VIP): 0,005-0,008 W/mK (Premium-Dämmung, sehr teuer) - Phenolharz-Hartschaum (Resol): 0,021-0,024 W/mK - Polyurethan (PUR/PIR): 0,022-0,028 W/mK - Polystyrol Hartschaum (EPS 035, „Styropor"): 0,032-0,040 W/mK - Mineralwolle: 0,032-0,045 W/mK - Zellulose (Einblasdämmung): 0,038-0,045 W/mK - Holzfaser-Platten: 0,038-0,050 W/mK - Hanf, Schilf, Stroh: 0,040-0,055 W/mK - Vollziegel (zum Vergleich, kein Dämmstoff): 0,8-1,2 W/mK - Stahl: 50 W/mK

Praktische Bedeutung: Bei gleichem U-Wert braucht ein schlechterer Dämmstoff dickere Schichten. Beispiel: U-Wert 0,2 W/m²K erreicht man mit: - 14 cm Polyurethan (λ 0,024) - 16 cm Polystyrol (λ 0,035) - 18 cm Mineralwolle (λ 0,037) - 22 cm Holzfaser (λ 0,045)

Bei begrenzter Aufbau-Stärke (z.B. Innen-Dämmung) sind hohe-Performance-Materialien wie PUR oder PIR wertvoller. Bei dicker Außen-Wand-Dämmung sind günstigere EPS-Platten meist die wirtschaftlichste Wahl.

Wichtig: λ-Wert ist eine NORM-Bedingung (DIN EN ISO 10456). Reale Material-Werte liegen oft 5-15 % über der Hersteller-Angabe.

Beispiel aus der Praxis

12 cm WDVS Polystyrol EPS 035 auf einer 30er Vollziegel-Wand. λ-Wert EPS 0,035 W/mK. U-Wert der Wand sinkt von 1,32 auf 0,24 W/m²K — 80 % weniger Wärme-Verlust.