Bauphysik

Wärmebrücke

Schwachstelle in der Gebäudehülle, an der Wärme stärker entweicht als in benachbarten Bereichen — Schimmel-Gefahr.

Eine Wärmebrücke ist ein lokaler Bereich in der Gebäudehülle, durch den deutlich mehr Wärme nach außen entweicht als durch die umliegenden Flächen. Sie entstehen durch geometrische, materialbedingte oder konstruktive Diskontinuitäten in der Dämm-Ebene.

Geometrische Wärmebrücken: An Ecken, Kanten, Vorsprüngen. Z.B. die Hausecke hat innen weniger Wand-Fläche zum Abgeben der Wärme als außen — die Innen-Ecke kühlt schneller aus.

Materialbedingte Wärmebrücken: Stahlbeton-Stürze, Mauerwerks-Anker, Metall-Träger durch die Dämm-Ebene. Stahl leitet 100× besser Wärme als Mauerwerk.

Konstruktive Wärmebrücken: Balkon-Platte, die direkt mit der Decke verbunden ist. Rolladen-Kasten. Fenster-Anschluss-Bereich.

Anschluss-Wärmebrücken: Übergang zwischen unterschiedlichen Bauteilen — z.B. wo die Dach-Dämmung auf die Wand-Dämmung trifft.

Folgen: Lokale Oberflächen-Temperatur unter 12 °C selbst bei normalen Innen-Bedingungen → Schimmel-Risiko. Wärme-Verlust erhöht sich um 15-30 % bei nicht sanierten Wärmebrücken. Schalldämmung kann beeinträchtigt sein.

Sanierungs-Lösungen: - Wärmedämmverbundsystem (WDVS) außen — eliminiert die meisten Wärmebrücken - Innen-Dämmung mit Anschluss zur Decke + Boden - Wärmedämm-Anker für Mauerwerk (PA-Anker mit Wärmeleit-Reduktion) - Iso-Korb am Balkon-Anschluss (bei Sanierung selten möglich, eher Neubau)

Wichtig: Bei jedem Sanierungs-Konzept muss der Energieberater die Wärmebrücken im iSFP berücksichtigen — Fehler-Häufigkeit ist hoch.

Beispiel aus der Praxis

Bestandshaus 1970er-Jahre. Beton-Balkon-Platte ist ungedämmte Wärmebrücke. Im Winter Schimmel im Schlafzimmer an der Decke unter dem Balkon. Lösung: Innen-Dämmung Decke + Beraternde Lüftungs-Schulung.