Tauwasser entsteht, wenn warme Innen-Luft auf eine kalte Oberfläche trifft und der enthaltene Wasser-Dampf zu flüssigem Wasser kondensiert. Der „Taupunkt" ist die Temperatur, ab der das passiert — abhängig von Raum-Temperatur und Luftfeuchte.
Beispiel bei 20 °C Raumtemperatur und 60 % rel. Luftfeuchte: Taupunkt ca. 12 °C. Sobald eine Oberfläche unter 12 °C kalt wird, kondensiert dort Wasser. Das ist die häufigste Ursache für Schimmel in Wohnungen.
Tauwasser-Stellen typischerweise: - Außen-Ecken in Räumen (geometrische Wärmebrücke) - Hinter Möbeln an Außen-Wänden (Luftzirkulation gestört) - Fenster-Laibungen (alte Anschlüsse, Wärmebrücke) - Rollladenkasten - Balkonplatte-Übergang zur Decke - Wand-Boden-Übergang bei nicht gedämmten Bodenplatten
Folgen: Bei wiederholtem Tauwasser auf einer Stelle siedeln sich Schimmel-Pilze an. Sichtbar nach 4-6 Wochen. Gesundheitliche Folgen: Atemwegs-Erkrankungen, Allergien, bei längerer Exposition Asthma.
Vermeidung: 1. Wärmedämmung der kritischen Bauteile (z.B. WDVS, Innen-Dämmung Außen-Wand) 2. Lüften — täglich 3-5× Stoß-Lüften für 5-10 Min oder kontrollierte Wohnraum-Lüftung 3. Heizen — Räume nicht unter 18 °C abkühlen lassen 4. Möbel-Abstand zu Außen-Wänden mind. 5-10 cm 5. Dampf-Quellen reduzieren (Wäsche-Trocknen, Kochen mit Dunstabzug)
Bei Neubau und Sanierung wird der „Mindest-Wärmeschutz" nach DIN 4108-2 nachgewiesen — er stellt sicher, dass kritische Oberflächen mindestens 12,6 °C warm bleiben. Wärmebrücken-frei nicht möglich, aber minimiert.