Bauphysik

Luftdichtheit (n50-Wert)

Maß für die Dichtheit der Gebäudehülle — Luftwechsel pro Stunde bei 50 Pa Druck-Differenz.

Die Luftdichtheit beschreibt, wie viel Luft pro Stunde durch undichte Stellen der Gebäudehülle entweicht. Sie wird mit dem n50-Wert beziffert — gemessen über den Blower-Door-Test: Luftwechsel pro Stunde bei einem Druck-Unterschied von 50 Pascal zwischen innen und außen.

Typische n50-Werte: - Passivhaus-Standard: ≤ 0,6 1/h - Niedrigenergie-/Effizienzhaus: ≤ 1,5 1/h - GEG-Mindeststandard (mit RLT-Anlage): ≤ 1,5 1/h - GEG-Mindeststandard (ohne RLT): ≤ 3,0 1/h - Bestand mittelmäßig: 4-6 1/h - Bestand undicht: 8+ 1/h

Hintergrund: Eine schlechte Luftdichtheit bedeutet ungeregelten Luft-Wechsel — Wärme entweicht über Spalten und Ritzen, Feuchtigkeit kann in die Dämmung diffundieren und Bauschäden verursachen. Energetische Sanierung ohne Luftdichtheits-Verbesserung ist halbherzig.

Sanierungs-Maßnahmen für bessere Luftdichtheit: - Fenstertausch mit dichtem Anschluss (Vor-Komprimibandes außen, Dampfbremsband innen) - Dampfbremse im Dach mit verklebten Stößen - Anschluss-Details Fußboden/Wand/Decke - Schornstein-Abdichtung

Wichtig: Hohe Luftdichtheit erfordert mechanische Lüftung. Bei n50 ≤ 1,5 muss eine Lüftungs-Anlage geplant werden, sonst sind Feuchteschäden und schlechte Raumluft programmiert. KfW-Programme verlangen meist gleichzeitig eine RLT-Anlage.

Blower-Door-Test ist Pflicht bei KfW-Effizienzhaus-Förderung und bei vielen iSFP-Sanierungen. Kosten typisch 350-600 €.

Beispiel aus der Praxis

Sanierung Bestandshaus 1985 zu EH 70. Vor Sanierung n50 = 5,2 1/h. Nach Sanierung mit Fenstertausch + Dach-Dämmung + neuer Dampfbremse: n50 = 1,2 1/h. Plus Wohnraumlüftung mit Wärme-Rückgewinnung.