Bauteile & Gewerke

MPPT (Maximum Power Point Tracking)

Regelungstechnik im Wechselrichter, die kontinuierlich den optimalen Arbeitspunkt der PV-Module sucht und maximalen Ertrag sichert.

Maximum Power Point Tracking (MPPT) ist die Kern-Funktion moderner Wechselrichter. Ein PV-Modul liefert je nach Sonneneinstrahlung, Temperatur und Verschattung unterschiedliche Strom- und Spannungs-Kombinationen. Nur ein einziger Arbeitspunkt liefert die maximale Leistung — der Maximum Power Point.

Der MPPT-Regler im Wechselrichter scannt fortlaufend (typisch mehrmals pro Sekunde) die Strom-Spannungs-Kennlinie und stellt den Arbeitspunkt so ein, dass die maximal mögliche Leistung entnommen wird. Bei wechselnder Bewölkung, partieller Verschattung oder Temperatur-Änderungen passt sich der MPPT in Sekunden an.

Wichtig bei Anlagen mit Verschattung oder Mehr-Dach-Aufteilung: Ein Wechselrichter mit 2 MPPT-Eingängen kann zwei String-Gruppen unabhängig optimieren — etwa ein Ost-Dach plus ein West-Dach an einem Wechselrichter. Bei nur 1 MPPT wird die schwächste Modul-Performance zum Maßstab für die ganze String-Gruppe (sogenannter "schwächstes-Glied-Effekt").

Alternative bei stark verschatteten Anlagen: Modul-individuelle Optimierer (z. B. SolarEdge, Tigo) oder Mikro-Wechselrichter (z. B. Enphase). Jedes Modul hat dann seinen eigenen MPPT — ideal bei Kamin-Verschattung, Baum-Schatten oder asymmetrischen Dachformen.

Beispiel aus der Praxis

Doppel-Dach (Süd-Ost + Süd-West) bekommt Fronius-Wechselrichter mit 2 MPPT-Eingängen: morgens läuft Ost-String mit höherer Leistung, abends West-String. Beide werden parallel optimal geregelt — Ertrag steigt um 8-12 % gegenüber einem 1-MPPT-Wechselrichter.