Verbund-Sicherheitsglas (VSG) besteht aus zwei oder mehr Glasscheiben, die mit einer zähelastischen PVB-Folie (Polyvinylbutyral) unter Wärme und Druck dauerhaft verbunden werden. Bei Bruch zerspringt das Glas nicht in scharfe Splitter, sondern haftet an der Folie — ähnlich wie eine zerbrochene Autoscheibe, die zwar Risse bildet aber zusammenhält.
Anwendungsfälle: - Bodengleiche Verglasung / Begeh-Tritt: VSG ist Pflicht (DIN 18008) bei Brüstungs-Bereichen, Treppen, Über-Kopf-Verglasung (Dachfenster!), Bodenplatten und allen Bereichen mit absturzgefährdeten Personen - Dachfenster und Lichtkuppeln: VSG-Innenscheibe verhindert Glas-Regen bei Bruch - Einbruch-Schutz: VSG mit dickerer PVB-Folie (1,52 mm statt 0,76 mm) erreicht P-Sicherheits-Klassen - Schallschutz: VSG dämpft Schall durch die Folie um 1-3 dB besser als gleichdicke Float-Scheiben - UV-Schutz: PVB-Folie blockiert ca. 99 % der UV-Strahlung — schützt Möbel und Vorhänge vor Ausbleichen
Aufbau-Notation: VSG-Aufbauten werden im Datenblatt notiert als "4.4.1" oder "44.2": die erste Zahl ist die Glasdicke, der letzte Wert die PVB-Schicht-Dicke (1 = 0,38 mm, 2 = 0,76 mm, 4 = 1,52 mm). VSG 44.2 = zwei 4 mm-Scheiben mit 0,76 mm PVB.
Tipp für Dachfenster: Velux und Roto verwenden für die Innenscheibe von Standard-Modellen mittlerweile VSG als Standard — beim Aufmaß explizit nachfragen, ob das im angebotenen Modell enthalten ist.