Heizung & Wärmepumpe

Hybridheizung

Kombination aus Wärmepumpe und Gas-/Öl-Spitzenlast-Heizung — Übergangs-Lösung bei nicht WP-tauglichen Bestandshäusern.

Eine Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit einer konventionellen Gas- oder Öl-Heizung als Spitzenlast-Backup. Die WP übernimmt den Grundlast-Betrieb im Großteil des Jahres (Mai-September Warmwasser, Übergangs-Saison und milder Winter), die Gas-/Öl-Heizung springt nur an sehr kalten Tagen (typisch -8 °C und kälter) zu.

Anwendungsfälle: - Bestandshaus mit hoher Heizlast, dass keine Komplett-WP-Lösung erlaubt - Häuser mit alten Hochtemperatur-Heizkörpern wo Vorlauf 70 °C+ nötig wäre - Zwischenlösung bei schrittweiser Sanierung — WP heute, Vollumstieg auf reine WP nach Hülle-Sanierung

Vorteile: - Spart 70-85 % der fossilen Brennstoff-Menge - Niedrigere Investition als reine WP-Lösung (kleinere WP reicht) - Höhere Versorgungs-Sicherheit (Backup bei Stromausfall)

Nachteile: - KfW-458 fördert KEINE Hybridheizung — nur reine Erneuerbare-Wärme-Lösungen - Zwei Anlagen statt einer → höhere Wartungskosten - Bei GEG-Pflicht der 65 % Erneuerbare ab 2026 kann eine Hybrid-Lösung NUR übergangsweise zulässig sein (Befristung über das Wärmegesetz)

Ab 2026 in Bayern besonders relevant: Die kommunale Wärmeplanung läuft. Wer in einem Gebiet wohnt, das später per Fernwärme erschlossen werden soll, kann mit einer Hybrid-Anlage übergangsweise heizen, bevor die Fernwärme da ist.

Strategisch sinnvoll nur als kurzfristige Brücke (5-10 Jahre), nicht als Dauer-Lösung.

Beispiel aus der Praxis

Bestandshaus 1965 in Augsburg mit alten Heizkörpern. Reine WP nicht möglich (Heizlast bei -14 °C = 14 kW). Lösung: 6-kW-Inverter-WP plus bestehende Gas-Therme als Backup für 4 sehr kalte Wochen pro Jahr.