Heizung & Wärmepumpe

Vorlauftemperatur

Temperatur des Heizwassers, das vom Heizgerät zu den Heizflächen fließt — kritisch für die Effizienz einer Wärmepumpe.

Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Temperatur des Heizwassers, das aus dem Heizgerät (Wärmepumpe, Gas-Heizung, Holzheizung) zu den Heizflächen (Heizkörper, Fußbodenheizung) fließt. Sie ist die wichtigste Stellgröße für die Effizienz einer Wärmepumpe.

Hintergrund: Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur. Pro 5 °C niedriger Vorlauftemperatur steigt die JAZ um etwa 0,3-0,5 Punkte. Das macht die Vorlauftemperatur zum zentralen Hebel bei Bestandshaus-Sanierung.

Typische Vorlauftemperaturen nach Gebäude-Standard: - Fußbodenheizung Neubau/Sanierung: 30-35 °C - Fußbodenheizung Bestand: 35-45 °C - Niedertemperatur-Heizkörper (groß dimensioniert): 45-55 °C - Standard-Heizkörper Bestand (alte Anlage): 60-75 °C - Hohe Auslegungs-Temperatur: 80 °C+ (typisch alte Öl-/Gas-Heizung)

Wärmepumpen sollten möglichst unter 55 °C Vorlauftemperatur betrieben werden. Über 60 °C wird die JAZ unwirtschaftlich (typ. unter 3,0). Bei alten Heizkörpern mit hoher Auslegungs-Temperatur müssen die Heizkörper getauscht oder ergänzt werden.

Im Bestandshaus mit Heizkörpern lohnt sich vor dem WP-Einbau ein „Heizlast-Check" durch den Energieberater: Welche Vorlauftemperatur ist mindestens nötig, um die Räume zu heizen? Wenn der Wert über 55 °C liegt, müssen Heizflächen vergrößert oder das Haus gedämmt werden.

Beispiel aus der Praxis

Bestandshaus Bj. 1980 in München, Heizkörper-Auslegung 70 °C. Vor WP-Einbau: 3 Heizkörper getauscht gegen Niedertemperatur-Modelle. Resultat: Vorlauftemperatur sinkt auf 52 °C, JAZ steigt von 2,6 auf 3,5.