Der hydraulische Abgleich ist die rechnerische und mess-basierte Einstellung des Wasser-Volumen-Stroms in jedem einzelnen Heizkörper oder Heizkreis. Ohne hydraulischen Abgleich fließt zu viel Wasser durch die Heizflächen nahe dem Heizgerät (überheizt) und zu wenig durch die entfernten Heizflächen (unterheizt).
Folgen ohne hydraulischen Abgleich: - Manche Räume zu warm, andere zu kalt - Vorlauftemperatur muss höher eingestellt sein → JAZ sinkt um 0,2-0,5 Punkte - Pumpen-Energie steigt um 20-30 % - Bei Wärmepumpe deutlich verschärft, weil sie auf gleichmäßigen Wasser-Strom angewiesen ist
Verfahren A (Einfaches Verfahren): Schätzung nach Heizkörper-Größe. Schnell, ungenau. Wird zunehmend von Förderungen ausgeschlossen.
Verfahren B (Rechnerisches Verfahren): Berechnung der Heizlast pro Raum, daraus konkrete Volumen-Strom-Vorgaben pro Heizkörper. Einstellung über voreinstellbare Ventile. Genau, BAFA-/KfW-konform.
Pflicht für KfW-458 und BAFA-Förderungen seit 2026: Verfahren B mit Nachweis und Dokumentation. Verfahren A reicht NICHT mehr.
Aufwand: 1-2 Tage Arbeit pro Anlage. Kosten 500-1.500 € je nach Haus-Größe. Wenn keine voreinstellbaren Ventile vorhanden sind, müssen diese zusätzlich getauscht werden (typ. 50-80 € pro Ventil).
Sehr empfohlen bei: - Heizungs-Tausch (sowieso Pflicht) - Bestehender Anlage mit Komfort-Problemen (manche Räume kalt) - Vor Hydraulik-Optimierung bei WP-Vorbereitung