Heizung & Wärmepumpe

Heizlast

Maximaler Wärme-Bedarf eines Gebäudes bei tiefster Außen-Temperatur — Basis für die Dimensionierung der Heizung.

Die Heizlast bezeichnet die maximale Heizleistung, die ein Gebäude benötigt, um an dem kältesten Tag des Jahres alle Räume auf Soll-Temperatur (typisch 20-22 °C) zu halten. Sie ist die zentrale Auslegungs-Größe bei jeder Heizungs-Installation — auch bei Wärmepumpen.

Berechnung nach DIN EN 12831: Für jeden Raum wird der Wärme-Verlust durch Wände, Fenster, Decken, Boden und Luftwechsel berechnet. Aus der Summe ergibt sich die Gesamt-Heizlast eines Gebäudes. Auslegungs-Temperatur in Bayern: -14 bis -16 °C je nach Region (München -14, Berchtesgaden -18).

Typische Werte: - Neubau Effizienzhaus 40: 30-50 W/m² (z.B. 5,4 kW für 120 m²) - Effizienzhaus 70: 50-70 W/m² - Bestand 1990-2010 saniert: 60-80 W/m² - Bestand 1970er-Jahre unsaniert: 100-130 W/m² - Bestand vor 1970 unsaniert: 130-180 W/m²

Bedeutung für WP-Auslegung: Die WP-Heizleistung sollte etwa der Heizlast entsprechen — nicht überdimensioniert (taktet zu oft, ineffizient), nicht unterdimensioniert (kommt im Winter nicht hinterher, Heizstab nötig).

Eine Heizlast-Berechnung kostet typisch 300-800 € beim Energieberater. Bei BAFA-Förderung ist sie ohnehin Teil des Antrags. Sie sollte VOR der WP-Auswahl gemacht werden — basierend auf Heizungs-Verbrauchs-Daten der letzten 3 Jahre ist die Heizlast schätzbar (Faustformel: Jahresverbrauch in kWh / 1.500 = Heizlast in kW).

Beispiel aus der Praxis

Einfamilienhaus 165 m², Bj. 1995, mittlere Dämmung. Heizlast-Berechnung ergibt 9,5 kW. Geeignete WP: Buderus Logatherm WSW196i 8 kW (mit Heizstab-Backup bei -14 °C).