Die deutsche Bauregulierung schreibt seit 1977 Mindest-U-Werte und Energiebedarfs-Grenzen vor. Die Vorgaben sind im Laufe der Jahre stetig verschärft worden — wer das genaue Baujahr seines Gebäudes kennt, kann den ungefähren Dämm-Standard abschätzen.
Wärmeschutz-Verordnungen (WSchVO): - WSchVO 1977: Erste Pflicht für Mindest-U-Werte. Außen-Wand U ≤ 1,5 W/m²K, Fenster Uw ≤ 3,2 W/m²K. - WSchVO 1984: Verschärfung. Außen-Wand U ≤ 0,8, Fenster Uw ≤ 2,7. - WSchVO 1995: Weitere Verschärfung. Außen-Wand U ≤ 0,5, Fenster Uw ≤ 1,8.
Energie-Einspar-Verordnung (EnEV): - EnEV 2002: Erstmals ganzheitlicher Ansatz (Anlagentechnik + Gebäudehülle). Jahres-Primärenergiebedarf statt nur U-Werte. - EnEV 2007: Verschärfung um ~30 %. - EnEV 2014/2016: Verschärfung um ~25 %. Fenster Uw ≤ 1,3 W/m²K.
Gebäude-Energie-Gesetz (GEG): - GEG 2020: Vereinheitlichung von EnEV, EEWärmeG und EnEG. - GEG 2024: 65 %-Erneuerbare-Pflicht im Neubau. - GEG 2026: Verschärfung Bestand bei Sanierung.
Ungefähre Bestandsbewertung nach Baujahr: - Vor 1977: Praktisch ungedämmt. Wand U 1,5-2,5 W/m²K, Fenster Einfach- oder schwaches Doppel-Glas. - 1977-1984: Erste Dämmung, 4-6 cm Wandstärke. Wand U ~1,0-1,3. - 1984-1995: Bessere Dämmung. Wand U ~0,6-0,9. - 1995-2002: Verbesserter Standard. Wand U ~0,4-0,5. - 2002-2014: EnEV-Standard. Wand U ~0,25-0,35. - Seit 2014: Hochwertige Dämmung. Wand U ~0,2.
Wichtig: Die Werte sind Mindest-Standards. Viele Gebäude wurden über die Pflicht hinaus gedämmt. Genaue Bewertung erfordert U-Wert-Messung oder Energieausweis-Berechnung.