Der Flächenkollektor ist eine horizontal verlegte Rohrschlange im Garten, die als Wärmequelle für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe dient. Anders als Erdsonden, die vertikal in die Tiefe bohren, liegen Flächenkollektoren in 1,2-1,5 m Tiefe und nutzen die horizontale Fläche.
Dimensionierung: Pro Kilowatt Heizleistung der WP werden 30-40 m² Garten-Fläche benötigt — meist 1,5-2-fache der zu beheizenden Wohnfläche. Für ein 140-m²-Haus mit 8 kW Heizlast: 240-320 m² Flächenkollektor.
Verlegung: PE-Rohrschlangen mit Abstand 0,5-0,8 m parallel im Sand-Bett verlegt. Erdaushub erfolgt mit Bagger. Die gesamte Fläche wird auf 1,5 m abgegraben, Rohrschlangen verlegt, mit Sand verfüllt und wieder zugeschüttet. Dauer: 2-3 Tage.
Kosten: 15-25 € pro Quadratmeter Kollektorfläche (inkl. Erdarbeit). Für ein typisches Einfamilienhaus 4.000-8.000 € — deutlich günstiger als Erdsonden-Bohrung.
Vorteile: Keine Tiefen-Bohrung, keine Wasserrechts-Genehmigung nötig (in der Regel nur Anzeige). Kürzere Bauzeit als Sonden.
Nachteile: Garten ist für die Bauzeit unbenutzbar. Tiefwurzelnde Bäume oder dauerhaft beschattete Flächen sind tabu — der Boden muss sich solar regenerieren. Bauliche Nachverdichtung (Pool, Anbau, Carport) auf der Fläche später nicht mehr möglich. Quell-Temperatur niedriger als bei Sonde im Winter (etwa 4-6 °C statt 10 °C) → JAZ etwa 0,3 niedriger.
Idealfall: Großer Garten ohne geplante Bebauung, sonniges Grundstück.