Erdsonden sind vertikale Bohrungen im Erdreich, die als Wärmequelle für Sole-Wasser-Wärmepumpen dienen. In der Sonde zirkuliert eine Sole-Flüssigkeit (Wasser-Glykol-Mischung), die Wärme aus dem konstant 10-12 °C warmen Erdreich aufnimmt und zur Wärmepumpe transportiert.
Typische Auslegung für ein Einfamilienhaus: 4-6 Sonden à 80-200 m Tiefe. Bohrkosten ca. 70-120 € pro Meter. Gesamt-Bohrlänge zwischen 400 und 1.000 m. Investition für die Bohrung allein: 30.000-100.000 € — der größte Kostenpunkt einer Sole-WP-Installation.
Genehmigungs-Verfahren in Bayern: 1. Bohranzeige bei der unteren Wasserbehörde des Landratsamts 2. Wasserrechtliche Erlaubnis nach Wasserhaushaltsgesetz (WHG) 3. Bei Trinkwasser-Schutz-Zonen 1+2: meist nicht zulässig 4. Bei Schutz-Zone 3: nur eingeschränkt zulässig, oft mit Auflagen
Bearbeitungszeit der Genehmigung typisch 4-12 Wochen. Bohrunternehmen muss zertifizierter „Fachbetrieb für Erdwärme" sein (DVGW W120-2).
Vorteile: Konstant 10-12 °C Quell-Temperatur über alle Jahreszeiten = hohe JAZ (4,2-4,8). Sehr lange Lebensdauer der Bohrung (50+ Jahre). Kein Garten-Verlust (außer ca. 1 m² pro Sondenpunkt).
Nachteile: Hohe Bohrkosten + Genehmigungs-Aufwand. Risiko: wasserführende Schicht bei Bohrung, Geländeunebenheit, sehr hartes Gestein in Niederbayern.